Barbara Schroeder von Buttlar

EPIGENESE WELTTHEATER – „Was die Welt im Innersten zusammenhält“

Ein Wesenszug der Kunst ist der tieferWelttheateren Anschauung Raum zu schaffen, um auf dem Weg über die Sinne etwas über Gott, die Welt und sich selbst zu erfahren. Der Austausch über das Dasein findet also gewissermaßen über das Kunstwerk statt.

Das Welttheater ist ein turmhohes Gestell auf Rädern. Das Gefüge aus vielgestaltigen Zahnrädern und Verbindungen ist reich an Details. Es besteht aus Holz und stabilisierenden Metallteilen und wurde in sechs Jahren Arbeit von der Bildhauerin handgefertigt. Zum Werk gehört ein Gegenüber, das man als Gegen- oder auch Mitspieler betrachten könnte, eine goldene Kugel, die an einem Seil hängt und die Sonne darstellt. Nimmt man das Werk näher in Augenschein, entdeckt man eine Fülle von Symbolen archetypischer Grundmuster, welche dem Menschen gemeinsam sind. Sie sind sinngebend und machen die Welt tiefer erfahrbar. Über ihren Inhalt kann sich darum ein Reichtum an Erfahrungen erschließen, die das Betrachten des Welttheaters begleiten.

Im Zentrum befindet sich die Herzform – die Liebe, die alles zusammenhält. Ein puffendes Geräusch aus einem Trichter zeigt den Urknall an, das Horusauge ist zu sehen, das Alpha-, das Unendlichkeitszeichen, Sterne, Monde, aber auch das Zeichen für Dollar und Paragrafen. Prägend ist der Kreis als Symbol für die Ganzheit. Das Werk kann jedoch seine Wirkkraft erst entfalten, wenn mittels einer Kurbel das Gewicht in Stellung gebracht wird, das es in Gang setzt. Puffende,  pfeifende und klingelnde Geräusche begleiten die Bewegung der Zahnräder, der Mensch in Gestalt von Händen und Füßen reiht sich ein in das Werden und Vergehen dieser Gestaltung einer „Epigenese“.
Die Energie, die alles in Gang hält, steckt im Gewicht der goldenen Kugel, die während des Gerappels und Gedrehes langsam herabsinkt. Wenn sie unten ankommt kündet ein „Plopp“ den Stillstand an. Zeit wird sichtbar in diesem Werk, und solange es immer wieder „aufgezogen“ wird, dreht sich das Räderwerk des Lebens immer aufs Neue.

Der Eindruck, dass die Zeit immer schneller vergeht, stellt sich als subjektiv heraus. Oder wird er begünstigt durch all die Bewegung, die wir im Räderwerk vollführen, oder besser – mit uns  vollführen lassen? Ein Kopf auf Rädern, Dollarzeichen im Auge, Gott Mammon vielleicht, bewegt sich unablässig vor und zurück, als bemesse er den Fortgang der Zeit als Geldwert. Eine Triskele, also drei Beine an einer Achse, rennt im Kreis, um Töne aus Pfeifen, für Asien, Europa und Afrika stehend, zu erzeugen. Hände greifen aus dem Gestell empor und vergeblich zu den Sternen. Glöckchen schlagen dieselbe Klangfolge an, ohne dass jemand erwacht.

Welttheater2Kunst sucht Wahrheit und versucht ihr Gestalt zu geben – auch in diesem erstaunlichen Räderwerk sind mögliche Wahrheiten über das Dasein angesprochen. Ist nicht unser Dasein einem steten Wandel unterworfen? Was verändert sich, was bleibt? Es ist der menschlichen Vorstellungskraft und dem Denken überlassen, den Wandel im Lauf der Dinge zu ergründen, vielleicht bei sich selbst.

Dies ist eine Maschine die berechnet, bemessen und konstruiert wurde. In ein Kunstwerk verwandelt sie sich, wenn hinter dem Bewegen, Walten und Tönen das Geistige aufscheint und erfahrbar wird. Dieses bringt das Innerste der Welt ins Offene. Es formuliert Fragen, eine gültige Antwort gibt es nicht. Vielmehr geht es darum, sich einzulassen auf diese ungewöhnliche Form der Gestaltung der Wesenszüge unseres Daseins und mit ihr und durch sie zu kommunizieren. Das Schöne ist: Man muss sich nicht wie Doktor Faustus mit dem Teufel verbünden, um einen tieferen Blick in das Gefüge der Welt zu  tun.

Gabriele Pfaus-Schiller

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